Erkrankungen

Tumorerkrankungen des Harntraktes

Nierentumore

Nierentumore machen rund 2-3% aller Krebserkrankungen aus. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 62 Jahren und über 80% der Patienten sind über 50 Jahre alt zum Zeitpunkt der Diagnose. Nierentumore sind doppelt so häufig bei Männern als bei Frauen. In der Schweiz sind jedes Jahr etwa 800 Menschen von Nierentumoren befallen (11 von 100000).

Diagnose: 

Heutzutage werden viele Nierentumore zufällig durch eine Bildgebung der Bauchorgane (45%) diagnostiziert. Andere Symptome sind lokoregionäre Zeichen wie Blut im Urin, Schmerzen oder palpabler Tumor (45%) oder Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Fieber unbekannter Ursache. Besteht ein Verdacht auf Nierentumor, kommen zusätzliche Untersuchungen zur Anwendung.

Behandlung: 

Die Behandlung von Nierentumore ist multimodal: sie setzt einerseits auf lokale Behandlungen (Operation, Hochfrequenz-und Kryoablation) und andererseits auf systemische Therapien (medikamentöse Therapie und Immuntherapie) 

Die chirurgische Behandlung von Nierentumore 

Eine kurative chirurgische Behandlung von Nierentumoren ist nur bei der vollständigen Entfernung des Primärtumors möglich. Die Eingriff heißen: Nephrektomie oder Teilnephrektomie. Beide Eingriffe können offen oder laparoskopisch durchgeführt werden. Bei der Nephrektomie wird die Niere ganz (radikal) entfernt, bei der Teilnephrektomie wird der Tumor mit angrenzendem gesundem Gewebe entfernt um normales Nierengewebe zu bewahren. Ob die Niere ganz oder nur teilweise entfernt wird hängt von der Tumorgrösse und-lokalisation ab.

Medizinische Behandlung von Nierentumore 

Lange Zeit war bei Vorliegen von Metastasen die Behandlung  auf eine Immuntherapie mit Interferon alpha und / oder Interleukin-2 begrenzt. 

In letzten Jahren hat sich die Behandlung dieser Tumore revolutioniert und es bestehen Therapien, die auf die Gefässneubildung (Neo-Angiogenese) und auf den Zellstoffwechsel einwirken (sogenannte Tyrosinkinaseinhibitoren). 

Blasentumore

Jedes Jahr gibt es etwa 1100 neue Fälle von Blasentumore in der Schweiz, die 3% aller Krebserkrankungen darstellen. Drei Viertel der Patienten sind Männer, ein Viertel Frauen. Der Blasenkrebs betrifft vor allem ältere Menschen: zum Zeitpunkt der Diagnose sind 35% der Patienten im Alter von 50 bis 70 Jahren und 65% sind mehr als 70 Jahre alt.

Die wichtigsten prädisponierenden Faktoren sind Tabak und einige chemische Karzinogene wie sie oft in der Industrie verwendet werden. Die wichtigsten industriellen Substanzen sind:

  • aromatische Amine und ihre hydroxylierten, halogenierten und sulfonierten Derivate;
  • Anilin-Derivate;
  • einige polyzyklische Kohlenwasserstoffe;
  • Industrie-Derivate von Tryptophan.

Auch Medikamente (Phenacetin, Cyclophosphamid) oder Becken-Bestrahlung (Radiotherapie des Beckens) können zur Entstehung von Blasentumore beitragen. Schistosomiasis-bedingte Läsionen der Harnwege können in malignen Läsionen wie Plattenepithelkarzinome der Blase entarten. Diese Infektion wird vor allem in Ägypten und Westafrika gefunden.

In der Balkan-Region gibt es auch endemisch eine tubulointerstitielle Nephropathie, die von Urothelkarzinomen kompliziert sein kann. Diese Krankheit ist das Ergebnis einer Lebensmittelvergiftung durch ein Toxin, das von einem Pilz im Getreide produziert wird.

Der Blasentumor entwickelt sich oft lange ohne Symptome zu zeigen. Die Anwesenheit von Blut im Urin ist ein erstes Alarmsignal. Andere Symptome, viel seltener, sind häufiges Wasserlassen und Harndrang und Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Blasenkrebs. Einerseits der nicht muskel-invasive (früher oberflächliche) Blasentumor, ohne Anzeichen einer Invasion der Blasenwand (80%) und die andererseits der muskel-invasive Blasentumor, der die Blasenwand infiltriert (20%).

Das therapeutische Management beruht vor allem auf die Unterscheidung zwischen nicht-muskelinvasivem und muskel-invasiven Tumor ab.

Die wichtigsten Untersuchungen für die Diagnose ist die Endoskopie der Blase (Zystoskopie). Der Arzt führt dabei ein Instrument durch die Harnröhre mit einer winzigen Kamera in die Harnblase um Tumore an der Blasenwand zu visualisieren. Dabei können Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden.

Behandlung

  • Nicht-muskelinvasiver Blasentumor: Dieser Tumor kann durch eine transurethrale (durch die Harnröhre) Resektion der Blase entfernt werden. Je nach pathologischem Befund muss eine Nachresektion erfolgen. Diese chirurgische Therapie kann durch eine adjuvante intravesikale Instillation eines Chemotherapeutikum oder eines Immunmodulators (BCG) ergänzt werden.
  • Muskel-Invasiver Blasentumor: Wenn die Abklärungen keine Anzeichen von Fernmetastasen aufzeigen und die chirurgische Entfernung sich als möglich erweist, muss die gesamte Blase, so genannte Zystektomie, entfernt werden. Es gibt verschiedene Methoden der Ableitung des Urins. Die Wahl der Ableitung hängt von Alter des Patienten und anderen Kriterien ab. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ableitungen müssen vor dem Eingriff eingehend vom Behandlungsteam (Arzt, Stomatotherapeut ) mit dem Patienten besprochen werden.
  • Metastasierender Blasentumor: Dies ist eine Situation, in der zu Beginn der Diagnose bereits Fernmetastasen (Leber, Lunge u.a.) bestehen. In dieser Situation muss eine Chemotherapie eingeleitet werden, allenfalls in Kombination mit einer späteren Operation.
Prostatakarzinom

Jedes Jahr gibt es etwa 5600 neue Fälle von Prostatakarzinom in der Schweiz und ist damit die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Tatsächlich sind 30% der Tumorarten bei Männern Prostata-Tumore. Der Prostatakrebs ist eindeutig eine Krankheit des Erwachsenen, da die überwiegende Mehrheit der Patienten älter als 50 sind. 60% sind sogar über 70 Jahre alt.

Das Prostatakarzinom macht eigentlich erst im Spätstadium Symptome, d.h. wenn bereits Metastasen im Skelett vorliegen es zu Blutungen in die Blase und Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung kommt.

Das Prostatakarzinom wird im Allgemeinen im Rahmen einer allgemeinen Kontrolle durch Abtasten der Prostata oder durch den Screening-Test PSA (Prostata-spezifisches Antigen) entdeckt und durch Prostatastanzbiopsien bestätigt.

Nach Diagnose eines Prostatakarzinomes wird ein diagnostisches Staging durchgeführt, um festzustellen, ob die Krankheit auf die Prostata beschränkt ist oder ob Metastasen vorliegen.

Behandlung:

Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt von mehreren Faktoren wie Alter, Allgemeinzustand des Patienten, der Schwere der Erkrankung und der Ausdehnung und der Aggressivität des Krebses ab.

  • Ist der Tumor auf die Prostata beschränkt bestehen folgende Möglichkeiten der Behandlung: aktive Überwachung des Tumors, Strahlentherapie oder Brachytherapie, oder Operation (Entfernung der Prostata) sei dies offen, konventionell laparoskopisch oder mit Hilfe des Operationsroboters.
  • Beim metastasierten Prostatakarzinom wird in der Regel eine konservative Behandlung bestehend aus einer Hormontherapie (Androgendeprivation) vorgeschlagen. Eine Chemotherapie ist für Fälle wo der Tumor resistent ist gegen eine Hormonbehandlung. Knochenmetastasen können mit Infusionen von Bisphosphonaten bei Bedarf behandelt werden. Je nach Situation kann die Behandlung durch eine Strahlentherapie ergänzt werden.
Hodentumor

Jedes Jahr in der Schweiz entwickeln über 400 Männern Hodenkrebs, die 2% aller Krebserkrankungen bei Männern darstellen. Hodenkrebs betrifft vor allem junge Männer: Fast 90% der Patienten sind unter 50 Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose. In den meisten Fällen tritt die Krankheit zwischen 25 und 35 Jahren auf.

Der Nachweis erfolgt meist zufällig durch den Nachweis einer palpablen Masse im Hoden. Die Masse ist in der Regel schmerzlos.

Manchmal wird die Diagnose durch eine Tumormasse im Bauchraum oder Zeichen im Zusammenhang mit Hirnmetastasen (Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, (Kopfschmerzen) gestellt.

Die Sekretion eines Hormons, beta HCG, in der Läsion kann zu Schwellungen der Brustdrüsen (Gynäkomastie) führen.

Für die Diagnose wird der Tumor freigelegt und biopsiert. Ist die Diagnose Hodentumor gegeben ist die Entfernung des Hodens unentbehrlich. Diese Operation, genannt "Orchiektomie", wird durch die Leiste durchgeführt. Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Krebs: Seminom und Nicht-seminomatöse Tumore.

Nach der chirurgischen Entfernung des Hodens Behandlung hängt von der Art der Tumorerkrankung und seiner Ausdehnung ab. Bei der weiteren Abklärung wird nach Lymphknoten- oder viszeralen Metastasen gesucht. Dies erfolgt mittels CT- oder MRT-Untersuchung. Die Messung von Tumormarkern wie Beta HCG (Human Chorio Gonadotropin), AFP (Alpha Fetoprotein) und LDH (Lactatdehydrogenase) sind ebenfalls Teil der Abklärung der Krankheit.

Sobald die Abklärungen durchgeführt sind und die Ergebnisse der Tumormarker vorleigen, entscheidet das Behandlungsteam über die Art der Tumorbehandlung. Je nach Ausgangslage kann eine chirurgische Therapie nötig sein oder eine Chemotherapie bestehend aus einer Kombination aus verschiedenen Chemotherapeutika oder eine Strahlentherapie.

Die vorliegende Broschüre kann heruntergeladen werden und liefert ergänzend eine umfassende Informationen über diese Tumorart.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem unter www.krebsliga.ch

Infektion

Infektionen der unteren Harnwege
  • Cystitis
  • Prostatitis
  • Orchitis, épidydimite

Funktionelle Störungen

Harninkontinenz

Liegt eine bestehende Harninkontinenz vor, können Sie beiliegendes Dokument herunterladen.

Hyperplasie der Prostata

Die fortschreitende Vergrößerung der Prostata ist ein Teil des Alterungsprozesses. Diese Vergrösserung ist Konsequenz des Wachstums von Prostata-Drüsen, ein Prozess der stark durch die männlichen Geschlechtshormone beeinflusst wird. Je nach Wachstum der Drüse, werden einige Männer Symptome entwickeln durch eine Kompression des Teils der Harnröhre, der durch die Prostata verläuft. Dies führt zu einer Erhöhung des Widerstandes gegen den Fluss des Urins durch die Harnröhre. Dieser Widerstand kann eine unvollständige Entleerung der Harnblase und damit zu Restharn in der Blase führen. Diese gutartige Vergrößerung der Prostata tritt in der Regel während des Ende des fünften Jahrzehnt auf. Etwa ein Drittel dieser Männer wird Beschwerden entwickeln und rund 10% der Patienten wird sich schließlich einer Operation unterziehen müssen um von den Beschwerden befreit zu werden.

Klinische Anzeichen dafür, dass eine Vergrößerung der Prostata vorliegt sind ein Gefühl der unvollständigen Entleerung der Blase, ein imperativer Harndrang, ein schwacher Harnstrahl und ein häufiges Bedürfnis urinieren zu müssen. Die Folgen von Restharn sind oft eine chronische Harnwegsinfektion, die wiederum zu Symptomen wie Harndrang führt. Wird in dieser Situation nicht behandelt kann es bei schweren und späten Stadien zu einer Schädigung der Blase kommen, die mit akutem Harnverhalt oder sogar Nierenversagen einhergeht.

Diagnose

Diese erfolgt in der Regel durch den Arzt aufgrund der Anamnese und der Untersuchung der Prostata durch eine digito-rektale Untersuchung. Der Urologe bestätigt die Situation mit einer Harnflussmessung und einer Restharnbestimmung. Abhängig von den Symptomen und den Befunden wird die Indikation zur medikamentösen Behandlung oder einer Operation gestellt.

Behandlung

In der Frühphase ist eine konservative Behandlung die Regel. Eine alleinige regelmässige Überwachung der Entwicklung der Symptome leitet in Abhängigkeit der Symptome in eine medikamentösen Therapie über. Diese Medikamente führen in der Regel zu einer moderaten Verbesserung der Situation und werden von den Krankenkassen (Schweiz) übernommen. Bei weiter fortgeschrittenen Stadien sollte eine aggressivere Behandlung durchgeführt werden. Dies bedeutet eine aktive Beteiligung des Urologen, der eine elektrische oder Laser-unterstützte Resektion der Prostata durch die Harnröhre vorschlagen wird oder eine Thermotherapie, die eher für mittlere bis große Drüsen empfohlen wird. Diese Technik kann meist in Lokalanästhesie angewendet werden, selbst bei Patienten, deren Zustand schlecht ist. Der Blutverlust ist gering mit dieser Methode. Manchmal genügt diese Therapie alleine nicht und muss mit einer konventionellen Resektion kombiniert werden. Für kleinere und mittlere Drüsen wird eher eine Resektion mit Laser-Energie empfohlen. Diese Energiequelle bietet unter anderem den Vorteil einer geringeren Blutungsneigung und kann demnach auch bei Patienten mit Aspirin oder Blutverdünnung eingesetzt werden, ohne dass diese Medikamente abgesetzt werden müssen. Die endoskopische Resektion der Prostata mit elektrischem Strom gilt als Goldstandard in der Behandlung der Prostata-Hyperplasie.

Prognose

Die Prognose der gutartigen Prostatavergrösserung ist im Allgemeinen gut. Allerdings ist es unerlässlich, dass dieser Zustand rechtzeitig erkannt und behandelt wird, bevor irreversible Schäden der Blase und der Nieren entstehen.

Nierensteine

Nierensteine

Nierensteine sind das Ergebnis der Kristallisation von Salzen und Säuren, wenn diese in übermäßiger Konzentration im Urin ausgeschieden werden. Typischerweise bilden sich die Steine in einer Niere. Die meisten Steine gehen spontan ab, ohne dass es der Betroffene bemerkt. Ist der Stein so gross, dass er nicht ohne Probleme abgehen kann, sodass der Stein am Nierenbeckenausgang oder im Harnleiter hängen bleibt, kann diese stärkste Schmerzen verursachen, was man eine Nierenkolik nennt.

5% bis 10% aller Menschen erleben im Laufe ihres Lebens einen Anfall von Kolik. Nierensteine treten in der Regel bei Menschen in ihren Vierzigern auf. Sie sind doppelt so häufig bei Männern als bei Frauen. Mehr als die Hälfte derer, die eine Nierenkolik hatten werden innerhalb der nächsten zehn Jahre wieder eine solche haben. Daher ist Prävention sehr wichtig.

Nierensteine unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung. Urin-Tests und Analyse des gewonnenen Steines ermöglichen deren Zusammensetzung zu bestimmen. Es gibt:

1. Nierensteine auf der Basis von Kalzium

Auf sie entfallen rund 80% aller Nierensteine. Dazu gehören Steine aus Calciumoxalat (am häufigsten), Calciumphosphat oder eine Mischung von beiden. Sie entstehen durch niedrige Flüssigkeitseinnahme, übermäßige Aufnahme von Kalzium verursacht durch bestimmte Krankheiten und Medikamente, eine Diät mit hohem Oxalatgehalt oder erbliche Faktoren.

2. Struvitsteine

Auf sie entfallen 10% bis 15% der Fälle. Sie sind bedingt durch chronische Harnwegsinfektionen und sind bakteriellen Ursprungs. Im Gegensatz zu anderen Arten von Konkrementen, sind sie häufiger bei Frauen als bei Männern.

3. Nierensteine aus Harnsäure

Sie stellen 5% bis 8% der Nierensteine. Sie entstehen durch ungewöhnlich hohe Konzentrationen von Harnsäure im Urin.

4. Zystin-Steine

Dies ist die seltenste Form. In allen Fällen ist ihre Ausbildung durch eine Zystinurie, einem genetischen Defekt, der die Ausscheidung großer Mengen von Zystin (eine Aminosäure) durch die Nieren, verursacht.

Symptome von Nierensteinen

  • Plötzliche und heftige Schmerzen im unteren Rücken (auf der Seite des Stammes, unter den Rippen), die auf den Unterbauch und in die Leiste ausstrahlt. Die Schmerzen können für Minuten oder Stunden dauern, und sind nicht unbedingt kontinuierlich, sondern wechselnd und können von unerträglicher Intensität sein.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Blut im Urin (nicht immer mit bloßem Auge erkennbar) oder trüber Urin.
  • Gefühl eines Harnwegsinfektes mit Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang. Es können auch Fieber und Schüttelfrost auftreten.

Risikofaktoren

  • Schlechte Hydratation. Trinken verdünnt den Urin und verringert damit die Konzentration der Salze im Urin.
  • Körperliche Inaktivität. Der Mangel an körperlicher Aktivität führt zu einem allmählichen Verlust an Knochenmasse und damit zur Freisetzung von Kalzium.
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente. Die Einnahme von Diuretika oder Antazida, die Calcium enthalten, können zum Beispiel das Risiko von Nierensteinen erhöhen. Gefährdete Personen sollten ihren Arzt oder Apotheker bitten ihre Medikamente zu überprüfen.
  • Eine Ernährung mit einem Überschuss an Protein. Eine proteinreiche Ernährung erhöht die Ausscheidung von Calciumoxalat und Harnsäure in den Urin und führt zu einer Verringerung der Zitratkonzentration im Urin (einem Schutzfaktor gegen Nierensteine) 3. Studien deuten darauf hin, dass Vegetarismus das Risiko von Nierensteinen vermindert. Wenn die tägliche Menge an Protein in der Norm ist, hat dies allerdings keinen Einfluss auf das Risiko von Nierensteinen, seien diese Proteine tierischer oder pflanzlicher Herkunft.
  • Eine Kalzium-arme Ernährung. Entgegen dem, was man denken könnte, hat die Einnahme von Kalzium-haltigen Nahrungsmitteln (Milchprodukte, Fisch in Dosen mit Knochen, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse) eine schützende Wirkung gegen Nierensteine. Kalzium-ergänzende Nahrungssupplemente mit den Mahlzeiten eingenommen können den gleichen Effekt haben, aber alleine eingenommen, können sie das Risiko von Nierensteinen leicht erhöhen.
  • Sehr salzhaltige Ernährung

Medizinische Behandlung von Nierensteinen

Der Therapieentscheid erfolgt aufgrund der Ergebnisse der verschiedenen medizinischen Tests, die der Arzt durchführt:

  • Ein Urintest um zu überprüfen, ob Blut und Kristalle im Urin vorhanden sind, und wie hoch sein Säuregehalt ist
  • Ein Bluttest, um den Zustand der Nierenfunktion festzustellen oder eine bisher nicht bekannte metabolische Abweichung nachzuweisen;
  • Eine Computertomographie der Nieren, Harnleiter und Blase, um das Vorhandensein von Konkrementen zu erkennen.

Die meisten Steine gehen innerhalb von sechs Wochen alleine ab, vor allem wenn die Person viel trinkt. Während dieser Zeit empfehlen die Ärzte in der Regel, etwa 3 Liter Wasser oder andere Getränke pro Tag einzunehmen.

Unter ärztlicher Aufsicht, kann die Person zu Hause bleiben, wenn die Beschwerden gering sind. Bestehende Schmerzen können durch eine entsprechende analgetische Behandlung kontrolliert werden, bis der Stein abgegangen ist.

Bei Struvitsteinen ist es sehr wichtig die Infektion der Harnwege zu behandeln. Auch sollten eine Infektion begünstigende Faktoren erkannt und soweit als möglich beseitigt werden.

Interventionen

Wenn die Größe des Konkrementes zu gross ist, wenn der Schmerz unerträglich ist oder wenn es zu Infektionen oder Blutungen kommt, muss das Konkrement behandelt werden indem es in kleine Stücke verkleinert wird oder chirurgisch extrahiert mit der einen oder anderen der folgenden Techniken.

  • Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie Nierensteinzertrümmerung). Während dieses Vorgangs werden Stosswellen durch die Haut direkt auf das Konkrement gezielt zur Verkleinerung des Konkrementes. Das Konkrement zerfällt und die kleinen Stücke können durch die Harnwege ausgeschieden werden.
  • Perkutane Nephrolithotomie. Diese Technik kommt zur Anwendung wenn der Stein zu gross ist oder für die Steinzertrümmerung ungünstig liegt. Der Arzt macht dabei einen kleinen Schnitt in die Flanke und installiert durch die Haut in die Niere ein Rohr durch welches der Stein mechanisch oder mit dem Laser verkleinert und entfernt werden kann. Das Instrument zur Entfernung des Steines wird Nephroskop genannt. In der Regel bleibt der Patient für einige Tage im Krankenhaus.
  • Ureteroskopie. Dieser Eingriff kann notwendig werden, um Konkremente im Harnleiter zu entfernen. Dabei wird eine Sonde (ein so genanntes Ureteroskop) durch die Harnröhre in die Blase bis in den Harnleiter eingeführt und das Konkrement intakt oder fragmentiert durch das Instrument entfernt. Diese Technik kann jedoch zu Schäden an Harnröhre und Harnleiter führen.

Zur Linderung der Schmerzen kommen Analgetika und Spasmolytika zum Einsatz.